Die Martin-Luther-Kirche

Die Kirche aus luftiger Höhe (Foto: Thomsas Redeker) Die Kirche aus luftiger Höhe (Foto: Thomsas Redeker)

Aus welcher Seite auch immer Sie sich der Kirche nähern, sie hat ein auffallend-markantes Äußeres, was aber auf der Turmseite besonders deutlich wird. Hier wollen wir dem Baumeister und Architekten ein dankbares Lob ausrichten, denn an dem Turm ist ihm eine überzeugend gelungene Vermittlung vom Viereck ins Achteck gelungen. (Einzelheiten dazu siehe "Rundgang")

In diesem Jahr ist die Kirche 150 Jahre alt geworden, Jahre, die von einem regen geistlichen Leben geprägt sind. Viele haben in Vergangenheit und Gegenwart durch ihre beständige Opferbereitschaft dazu beigetragen, dass diese Kirche wirklich "der Gemeinde zur Ehre und Freude, der Stadt aber zur Zierde gereicht", wie es der große Architekt Friedrich August Stüler schon 1860 formulierte.

 

Auch der Förderverein mit seinen Mitgliedern unterstützt durch seine Hilfe, dass dieses Urteil Gültigkeit behält.

Mit der nachfolgenden Bilderschau möchten wir Sie für diese Kirche interessieren und zum Weiterlesen anregen.

Unser Tipp:

Vor allem bei einem Besuch der Martin-Luther-Kirche können Sie  Bauwerk, Innenraum mit  Ausstattungsstücken auf sich wirken lassen.

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Blick zum Gewölbe (Foto: Thomas Redeker) Blick zum Gewölbe (Foto: Thomas Redeker)

Trotz Emporen vermittelt der Innenraum der Kirche wegen seiner schlanken, hohen Pfeiler und gelungener Proportionen einen lichten, weiten Eindruck.

Der Altarraum wurde von 1957-59 - auf Wunsch der Gemeinde damals - nach Entwurf von Prof. W. March umgestaltet und mit farbstarken Fenstern von Prof. Max Ingrand Ingrand ausgestattet.

Den Altartisch mit Unterbau - aus Jura-Marmor - schuf der Gütersloher Bildhauer Wolfgang Schmitz. Das Kruzifix auf dem Altartisch, die Kanzel und den Taufstein gestaltete Karl Kunath aus Bielefeld.

Beachtenswert sind auch die Schlußsteine im Deckengewölbe, die farbig gestaltet, u.a. das Lamm mit Siegesfahne, das Westfalenroß mit dem Wappen von Gütersloh, den Engel mit Siegespalme (Motiv auch im Siegel der Ev. Kirchengemeinde) zeigen.

Die Säulen sind mit Ranken- und Blattwerk in sich nie wiederholenden Forme geschmückt, womit auf die Vielfältigkeit von Gottes Schöpfung hingewiesen wird.

Originell ist auch der Kapitellschmuck an drei Säulen unter der Orgelempore. (Eine weitergehende Beschreibung und Erklärung finden Sie in dem in der Kirche ausliegenden Rundgang.)

Die Zusatzstützen der Orgelempore und alle Emporenträger sind aus Gußeisen, einem in der Bauzeit der Kirche sehr modernen Werkstoff.

Originalausstattungsstück: Thorvaldsens Taufengel Foto: K. Rüdiger) Originalausstattungsstück: Thorvaldsens Taufengel Foto: K. Rüdiger)

Von der Originalausstattung der Kirche ist Vieles verloren gegangen, jedoch gibt es noch das bedeutendste Stück: nämlich den Taufengel von Bertel Thorvaldsen (1770-1844). Es ist ein Zinkguß seines marmornen Taufengels in der Kopenhagener Vor Frowe Kerke , der 1861 der Kirche zu ihrer Einweihung vom späteren Kaiser Friedrich III. als Dank für Bewahrung im schweren Eisenbahnunglück von 1851 bei Isselhorst geschenkt wurde.

Der dreiflügelige Altar um 1944 mit dem noch erhaltenen "Auferstehungsbild" (Foto: FV histkirchen) Der dreiflügelige Altar um 1944 mit dem noch erhaltenen "Auferstehungsbild" (Foto: FV histkirchen)

An der Rückwand der Kirche hängt das Bild "Auferstehung" von Otto Mengelberg (1818-1890). Es ist der erhalten gebliebene Mittelteil des ursprünglichen Flügelaltars mit Apostel-Seitenteilen, die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden. Dieses Bild war namengebend für die Kirche von 1911-1933, die vorher nur "Neue Kirche" genannt wurde und 1933 ihren heutigen Namen erhielt.

Die heutige Orgel mit Spieltisch unten Pfeifenwerk darüber Foto: Felchner) Die heutige Orgel mit Spieltisch unten Pfeifenwerk darüber Foto: Felchner)

Die heutige Orgel der Firma Steinmeyer, Oettingen/Bayern wurde 1951 und 1956 in zwei Abschnitten gebaut und 1997/98 von der Firma Kreienbrink restauriert und erweitert. Mit drei Manualen, einem Pedal, 58 Registern und einem fahrbaren, elektrischen Spieltisch ist sie die größte Orgel im Kirchenkreis Gütersloh.

"Benedictina", die mittlere und älteste der drei Glocken (Foto: G. Panitz) "Benedictina", die mittlere und älteste der drei Glocken (Foto: G. Panitz)

Vom Turm der Kirche erschallen als volles Geläut drei Glocken, von denen die älteste, "Benedictina" genannt, aus dem Jahr 1484 stammt, die beiden anderen 1947 von Gustav Wolf gestiftet wurden.

Vom 31. Oktober bis zum 02. Februar (Mariä Lichtmeß) erklingt dann vom Turm an Sonnabenden und Feiertagen das "Nachtsanggeläut" - ein Spielen der Glocken durch den Glöckner. Damit ist in unserer Stadt das schon über Jahrhunderte bekannte und heute für Deutschland einmalige  Kulturgut lebendig. Mehr unter: nachtsanggelaet.de

Rundgang Martin-Luther-Kirche
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Führung MLK+Bilder.pdf
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